Lichtsysteme: (O)LED geht auf Schienen ab

Eine Zeitlang schien es, als sei der Transport von Licht über Schiene, Stange und Seil auf ein Nebengleis geraten. Doch dank LED und OLED blüht diesen Systemen nun eine echte Renaissance im modernen Lichtdesign.

Auf der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne fiel das Thema Licht in den letzten Jahren vor allem durch Leuchten auf, die stimmungsvoll und in ausgefallenen Formen, Materialien und Dimensionen wohnliche Tupfer ins Interior Design brachten. Von den LED hingegen war im Interior Design – abgesehen von dem einen oder anderen Auftritt als Leuchtmöbel – bisher noch nicht viel zu sehen. Nun aber scheint die Zeit reif für die ersten Hauptrollen.

Die neuen LED-Lampen machen Seil-, Schienen- und Stangensysteme für viele wieder zu einer echten Alternative. Dank Strom sparender LED-Technik sind sie nicht nur besonders effizient, sondern auch ausgesprochen schlank und vielseitig einsetzbar: als dezente, ja sogar schwebende Lösungen für Akzentlichter, indirekte Beleuchtung, Deckenfluter oder als filigran gestaltbares Funktionslicht über Schränken und extra langen Esstischen. Einziger Nachteil: LED-Module sind meistens fest in die Leuchte integriert und lassen sich nicht austauschen. Doch das, so argumentiert die Brancheninitiative licht.de, machen sie durch lange Haltbarkeit wett.

Sebastian Herkner, der auf der letzten imm cologne im Januar 2016 noch mit seiner kreisrunden Interpretation des Design-Event-Formats „Das Haus“ Furore machte und dort unter anderem seine neue Leuchte Boule von Pulpo vorstellte, geht noch einen Schritt weiter. Für das Kölner Unternehmen Buschfeld entwarf der Offenbacher Designer ein neues OLED-Modul: O-Light, laut Buschfeld die weltweit erste OLED-Leuchte für ein Standard-Niedervoltsystem. Die extrem flachen, auf einer Lichtschiene fixierten Module entwickeln keine Hitze und können so auch in der Nähe wärmeempfindlicher Kunstwerke und Materialien angebracht werden. Mit ihrem diffusen, weichen und blendfreien Licht, das inzwischen ganz ohne Blauanteile auskommt, dürfte O-Light nicht nur für Galerien und Hotels, sondern auch für den privaten Bereich eine zukunftsträchtige Systemlösung sein.